Weltenwandeln | Indien 1/2

So manches Mal habe ich mich bereits wirklich wie auf einem anderen Planeten gefühlt. Irgendwie fremd und doch wieder heimisch. Es ist ein seltsames Gefühl. Nie jedoch war es so ausgeprägt wie in Indien. Dieses Land scheint einfach in allem eine Art Paralleluniversum zu sein und dann plötzlich erscheint es einem von Zeit zu Zeit doch wieder wie der ganz normale Wahnsinn. Schwerer noch als so etwas zu beschreiben, ist es davon Fotos zu machen. Klar kann man einen Moment ‚festhalten‘ und den Anwesenden hilft man damit erinnern… aber was ist mit denen, die nicht dort waren? Wie sollen sie die Gerüche und Geräusche, die volle Farbenpracht durch einen kleinen Pixelhaufen erahnen können? In meinen Augen ein unmögliches Unterfangen.

Aber doch besser, als gar keine Eindrück weiterreichen zu können.

Als kleine Einstimmung für alle, die es nicht bei Facebook gelesen haben, hier ein paar Gedanken über die Stadt, in der wir die Reise gestartet haben: „Großstädte liegen mit bekanntlich nicht besonders gut. Weshalb ich mich ein wenig unwohl mit dem Gedanken gefühlt habe, die Reise in Thiruvananthapuram zu starten. Und dann kommt man dort an… mitten in der Nacht nach 2 durchgemachten Nächten. Trotz der Dunkelheit ahnt man schon, wie bunt alles ist und die Nachtluft fächelt einem den Geruch einer anderen Welt entgegen. Neben der Straße brennen Feuer, die den Müll dezimieren sollen und nur wenige Menschen sind auf der Straße. Ich war überwältigt von all den Eindrücken, die da auf mich einprasseln – und das sollte sich auch in den nächsten Tagen nicht legen.
750.000 Einwohner, von denen gefühlt fast alle jeden Tag durch die Straßen wuseln. Unser erster Ausflug und gleich landen wir in einer großen Demonstration. Den Rückweg zu viert in einer kleinen Motorriksha. Alles in übermüdetem Zustand.
Und trotzdem oder grade deshalb: Die Stadt gefiel mir. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber ich wär gern noch ein wenig länger geblieben.

Im ersten Teil meiner Indienbilder möchte ich euch die ersten drei Tage zeigen. Erst in Thiruvananthapuram mit Demonstration und Hochzeit von Anjali und Naren (der Hauptgrund unserer Reise). Anschließend begaben wir uns mit einem kleinen Teil der Hochzeitsgesellschaft auf einen Ausflug in die kleinen Backwaters nach Poovar.

Wer genaue Informationen zum Reiseverlauf haben möchte, wird auf Kirstens Blog mit einem Tagebuch bedient.

15 Antworten auf “Weltenwandeln | Indien 1/2”

    1. Vielen Dank für die lieben Worte – vor allem aber auch fürs Anstacheln. Denn ohne dich hätte es weder die spontane Reise mit all den tollen Momenten, noch die Bilder gegeben! 🙂

  1. Hat dies auf Kiraton rebloggt und kommentierte:
    Da ich seit meiner Rückkehr im Arbeitssumpf stecke und in der kommende Woche mich mit jungen Menschen schon wieder auf Reisen begeben, bin ich selbst noch nicht wirklich dazu gekommen, meine Fotos für euch aufzubereiten und online zu stellen (von der Reise im Januar nach Laos & Kambodscha ganz zu schweigen).
    Dafür hab ich hier jetzt etwas, dass euch sicher darüber hinweg trösten wird:
    Auf Belibluescreen findet ihr jetzt die ersten fotografischen Impressionen von unserer tollen Reise durch Kerala in Südinden.
    Viel Spaß beim anschauen und vom Fernweh träumen (… und ein paar mal bin ich auch auf den Bildern zu sehen – das kommt ja, wenn ich fotografiere, eher selten vor).
    Hach, am liebsten würd ich sofort wieder hin fliegen.

  2. Das sind jetzt also 3 Tage … Das sind ja unheimlich viele Eindrücke in so kurzer Zeit! Sehr schöne Bilder. Beim Anschauen habe ich auch dieses Gefühl von einem „Paralleluniversum“.

  3. Wie wäre es mit ein paar Bewegtbildern? Es gibt eine Doku-Reihe, welche die indische Natur und Kultur zeigt, „Indiens wilde Schönheit“. Die Folgen gibt es alle bei YouTube:
    1. Die Wüste Thar (http://www.youtube.com/watch?v=Dftcnp3g620)
    2. Im Dschungel der Ghats (www.youtube.com/watch?v=S06c4ZEF1JM)
    3. Leben am heiligen Fluss (www.youtube.com/watch?v=zjnxZzpgYiY)
    4. Der Himalaya (www.youtube.com/watch?v=u6equn1FnzA)
    5. Im Land der Naga (www.youtube.com/watch?v=vsllYEMeo4c)

      1. Es ist unwichtig wer ich bin. Wichtig ist nur, dass ich deinen Tag oder sogar dein Leben mit erstaunlich wenig Aufwand bereichern konnte. Eine kleine Geste, die vielleicht auch Anderen zeigt, dass es in der Welt mehr gibt, als nur Ellenbogen.

        Und entbehrt es nicht auch einer gewissen Ironie ein Wesen, welches in einer weltlichen Hülle gefangen ist, zu fragen wer es denn sei, wo es doch schon beim ersten mal keinen Namen angegeben hat?

        Allerdings bietet sich nun gleichwohl die Gelegenheit ein (vermutlich) weltbekanntes Zitat zu passend verwenden:

        „Ich bin der Geist, der stets verneint!
        Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
        Ist wert, daß es zugrunde geht;
        Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.
        So ist denn alles, was ihr Sünde,
        Zerstörung, kurz, das Böse nennt,
        Mein eigentliches Element.“

        Das wollte ich schon immer mal erwidern, nur bot es sich bisher noch nie an, ohne dass es fehl am Platz wirken würde.

      2. Habe grad die ersten beiden Teile gesehen – eine wirklich hübsche Doku.

        Zum Thema der Identität bleibt mir nicht mehr zu sagen, als auf folgendes Video zu verweisen: https://www.youtube.com/watch?v=sG55vFVpCHQ
        „Ich formulier mich um und beginne zu heißen, denn Sprache ist in dieser Welt die Waffe der Weisen.“ ; )
        Was sich erübrigt, denn nun glaube ich ohnehin zu wissen, zu wem der Eintrag gehört.

      3. Fein, fein.
        Nun, Käptn Peng (& die Tentakel von Delphi) hat bzw. haben schon seinen/ihren ganz eigenen Charme. Ihr neustes Video (Der Anfang ist nah, http://www.youtube.com/watch?v=vqRWMDv0r78) hat meiner Meinung nach richtig Stil.

        Wie dem auch sei, sollte die Sehnsucht Überhand nehmen, so hätte ich eine weitere Empfehlung: das „Maharadscha Palace“ auf der Halberstädter Straße 49. Doch Obacht, die Portionen sind ordentlich und das Tandoori tut sein übriges.

  4. Ah… da bekomm ich gleich Reisefieber. Schöne Bilder, war da gerade Hochwasser oder ist das normal das dort alles Unterwasser steht zu der Jahreszeit?
    Lg Peter

    1. Na, dein Reisefieber wird ja zum Glück bald ausgiebig gestillt. ; )
      Der Monsun geht erst Ende des Monats los und in der Zeit wäre es wohl normal. Allerdings gab es auch vor unserer Ankunft und währenddessen starke Regenfälle, die in der Art ungewöhnlich sind. Die Wege zu den Häusern etc sollten also eigentlich nicht überschwemmt sein. Viele von den Bäumen hingegen stehen auch ganzjährig ein bisschen unter Wasser.
      Auf dem Schwarzweißbild mit dem schmalen Streifen Land sieht man übrigens auf der rechten Seite, wie ein Streifen der Landbrücke zwischen Ozean und Backwaters freigeschaufelt wird, um das Wasser abfließen zu lassen.

      1. Der Klimawandel wirft gerade am Äquator die Jahreszeiten durcheinander, ich war vor ein paar Jahren in Kolumbien, und war erstaunt wie das el nino Phänomen dort in aller Munde war.
        …muß ich gleich noch mal schaun wie da geschaufelt wird…
        Lg Peter

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s